Komponisten

   

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 PROGRAMMERLÄUTERUNGEN

     

Komponist

Besetzung Werk

 

   

A

   

 

   

B

   

BACH, C. Ph. E.

 

Zitat Carl Philipp Emanuel Bachs über Josef Haydn: 

   „Er (Josef Haydn) sey der Einzige, der meine Schriften ganz verstanden habe, und Gebrauch davon zu machen wisse.“

BACH, Joh. Seb.

Violine solo

 

Sonaten und Partiten

   Einmalig in der Musikgeschichte sind Verkennung und Würdigung der Sonaten und Partiten für Violine solo von Johann Sebastian Bach, dessen kompositorischer Markstein der abendländischen Musikentwicklung den verschiedensten Deutungen unterworfen war. Zunächst schrieb Bach diese Werke für einen befreundeten Geiger (zwischen 1717 und 1723). Die Aufführung der Sonaten und Partiten war von Bach geplant und hat höchstwahrscheinlich auch stattgefunden.

   Erst nach Bachs Tod fingen verschiedene Musiker an, die Ausführbarkeit und den Sinn einer Aufführung anzuzweifeln, andere bemühten sich um dieses Opus. Immerhin gab es 1802 die erste vollständige Ausgabe: Der ehemalige Orchestermusiker und spätere Musikverleger Nikolaus  Simrock besorgte sie, nachdem der Bach-Sammler Georg Poelchau in Moskau Bachs Autograph buchstäblich im letzten Moment davor bewahrte, zum Käseeinwickeln verwendet zu werden. 

   Mendelssohn lud 1839 den bekannten Geiger Ferdinand David zu einem „Historischen Konzert“ ein, in welchem die „Chaconne“ aus der 

     

d-moll Partita erklingen sollte. David lehnte mit der Begründung ab, er käme sich lächerlich vor, allein mit einer Geige das Podium zu betreten. Joseph Joachim war dann der erste Geiger im 19. Jahrhundert, der die Chaconne zunächst in Leipzig, später in Paris „unbegleitet“ aufführte. 1855 schrieb Joachim an Johannes Brahms: „Gestern spielte ich zum ersten Mal die große C-Dur Fuge von J. S. Bach, nicht ohne Angst, aber gut.“ Übrigens blieben auch die Violinkonzerte Bachs in weiten Kreisen vollkommen verkannt.

   Tatsächlich sind die vorhandenen Ausgaben dieser Solowerke - sofern sie nicht einfach nur Bachs Handschrift im modernen Notendruck wiedergeben - Schlachtfelder des Kampfes zwischen Geist und Materie, weil sie in umständlicher Weise versuchen, im Notenbild die Spielpraktiken zu ersetzen, die verlorengegangen waren. Spielpraktiken, die zur Entstehungszeit der Bachschen Werke selbstverständlich waren. Um notierte Akkorde mit allen Tönen gleichzeitig, also im Arpeggio, wiedergeben zu können, erfand man später sogar einen „Bachbogen“, den es in dieser Form aber zu Bachs Zeiten niemals gegeben hatte. 

 

BIBER, H. I. F.

Violine + BC

Mysterien- oder Rosenkranzsonaten

   Das Besondere an den Rosenkranzsonaten für Violine und Basso continuo von Biber ist die erforderliche andere als übliche Quintenstimmung der Violinsaiten. Nur die erste Sonata und die Passacaglia sind in der normalen Quintstimmung der Violine (g-d-a-e) zu spielen. Alle anderen Werke dieses Zyklus sind in verschiedenen „Scordaturen“, also von der Accordatura abweichende Einstimmungsweise von Saiteninstrumenten, komponiert. Das bedeutet, daß die Mysterien mit sieben verschiedenen Violinen abwechselnd aufgeführt werden müssen. Die von der Normalstimmung abweichenden Stimmungen ermöglichen nicht nur andere Akkorde und Figuren, sondern unterstützen auch die Affekte der Sonaten durch eigene Klangwelten.

   Der Zyklus der Mysterien- oder Rosenkranzsonaten beschreibt Mysterien aus dem Leben Mariä (Stimmung der Violinsaiten):

   

Die fünf freudenhaften Mysterien

1. Ankündigung der Geburt Christi durch den Erzengel Gabriel (g-d1-a1-e2)

2. Marias Besuch bei Elisabeth (a-e1-a1-e2)

3. Christi Geburt,  Anbetung  der Hirten (h-fis1-h1-d2)

4. Christi Darstellung im Tempel,  Simson (a-d1-a1-d2)

5. Der  zwölfjährige  Jesus  im  Tempel (a-e1-a1-cis2)

Die fünf schmerzhaften Mysterien

6. Leiden Christi am Ölberg (as-es1-g1-d2)

7. Christi Geißelung (c1-f1-a1-c2)

8. Dornenkrönung (d1-f1-b1-d2)

9. Christus auf der Schmerzensstraße (c1-e1-a1-e2)

10. Kreuzigung Christi (g-d1-a1-d2)

Die fünf glorreichen Mysterien

11. Auferstehung Christi (g-d1-g1-d2

       d1 und g1 im Wirbelkasten gekreuzt) 

12. Christi Himmelfahrt (c1-e1-g1-c2)

13. Ausgießung des heiligen Geistes (a-e1-cis2-e2)

14. Marias Himmelfahrt (a-e1-a1-d2)

15. Marias Krönung (g-c1-g1-d2)

Passacaglia

16. Schutzengel (g-d1-a1-e2)

 

C

   

 

   

D

   

 

   

E

   

 

   

F

   

 

   

G

   

 

   

H

   

Haydn, J.

 

Zitat Josef Haydn über Carl Philipp Emanuel Bach:

   „...wer mich gründlich kennt, der muß finden, daß ich dem Emanuel Bach sehr viel verdanke, daß ich ihn verstanden und fleißig studiert habe;“

I

   

 

   

J

   

JADIN, H.

 

Jadin als Komponist

   "Während seine Formen durchaus klassisch genannt werden können und er in dieser Hinsicht absolut ein Kind seiner Zeit ist, enthält seine Musik dennoch etwas Neues, Zukunftweisendes. Es sind Aussagen, die erst Jahrzehnte später Allgemeingut werden sollen, tastend noch und vielleicht keimhaft, aber dennoch sehr deutlich wahrnehmbar. Seine Vorliebe fürs Chromatische, sehr liedhafte Züge in seinen langsamen Sätzen und Seitenthemen, dunkel versponnene Stimmungen in "allegro" Sätzen sowie manche  rasend nervöse Schlußsätze weisen Jadin als einen echten Frühromantiker aus. Das Überraschende ist, daß diese Musik in einem Umfeld entsteht, welches eine solche künstlerische Entwicklung nicht unbedingt nahelegen würde. Wie auch immer man zur französischen Musikproduktion der neunziger Jahre des 18. Jahrhunderts stehen mag, Hyacinthe Jadins Schöpfungen sind ein äußerlich zwar bescheidener, innerlich aber in eine fernere Zukunft weisender Beitrag, der ziemlich vereinzelt dasteht. Er hätte möglicherweise eine wichtige Vorreiterrolle unter den Komponisten seiner Zeit eingenommen, wenn ihm ein längeres Leben vergönnt gewesen wäre..." 

(Hajo Bäß, NCA 99112846-215)

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T

   

TELEMANN, G. Ph.

Violine solo

Fantasien

   Die Zwölf Fantasien für Violione ohne Baß (1735) von Georg Philipp Telemann zeichnen sich durch eine große Vielfalt der Formen aus. Elemente der Sonate, des Concertos und der Suite hat Telemann hier miteinander "fantasie"-voll verknüpft. Von keinem anderen Komponisten gibt es so viele geistvolle Werke für ein bis vier Melodieinstrumente ohne Generalbaß. Viele Sätze dieses Opus bauen eine Brücke in die "empfindsame Zeit der Musik".

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