L'Orfeo Barockorchester - Michi Gaigg -

Michi Gaigg (1. Reihe links)

  

zu der Frage:

Was ist das typisch Österreichische?

„... Manchmal denke ich, je weiter südlicher es geht, desto dunkler wird es in der Farbe. ... Gewisse Sachen werden runder. Vielleicht auch ein bißchen „schlampiger“. Der Klang wird weicher. ... Auch diese rhythmische Perfektion fehlt uns Österreichern ein bißchen. Wir kommen halt aus der Walzertradition, wo man sich ja innerhalb des Taktes sogar die Freiheit nehmen muß. ... Dies verleiht dem Klang vielleicht eine gewisse Geschmeidigkeit?? ... Ich denke, es verhält sich wie mit den Dialekten, dem Wein und dem Essen. Überall klingts und schmeckts ein bißerl anders.“

(Interview Toccata 17/2005)

  

  

Michi Gaigg zu der Frage:

Spielen bei Ihren Interpretationen Intuition und innere Stimme eine Rolle?

„... Ich denke, in der Kunst ist es wichtiger, zu berühren als zu beeindrucken. Darum bleiben Emotion und Leidenschaft in der Musik das Wichtigste für mich. Für einen Musiker bedeutet es Erfüllung, wenn er sein Publikum berührt. Aber man muß selbst bewegt sein, um andere zu bewegen.“

(Interview Concerto 10/2003)

  

zählt zu den führenden Orchestern historischer Aufführungspraxis. Musikantisches, tänzerisches Spiel und viel Verve zeichnen das österreichische Ensemble aus, deren Leiterin Michi Gaigg wohldurchdacht und sehr empfindsam interpretiert. Besonders authentisch präsentiert das Ensemble Werke von Komponisten Mitteleuropas. Für das Jahr 2007 plant das L’Orfeo Barockorchester, auf historischen Instrumenten und in der damals in Frankreich üblichen tiefen Stimmung (392 Hz) Programme um die französischen Komponisten Rameau und Lully vorzustellen.

    

   Gegründet wurde das L’Orfeo Barockorchester 1996. Seitdem tritt es bei renommierten Veranstaltungen und Festivals auf, u. a.  Großer Saal Musikverein Wien, Styriarte, Internationale Barocktage Stift Melk, Prager Frühling, Tage Alter Musik Regensburg, Schwetzinger Festspiele, Rheingau-Festival, Europäischen Festwochen Passau, Göttinger Händel-Festspiele, Schleswig-Holstein Musikfestival. Das Orchester arbeitet zusammen mit Sängern wie Nuria Rial, Emma Kirkby, Christoph Prégardien und Instrumentalisten wie der Barockgeigerin Elizabeth Wallfisch.

   Von Veranstaltern und Publikum geschätzt ist das Bestreben des Orchesters, Repertoire frisch zu gestalten und musikalische Pionierarbeit zu leisten, wie zahlreiche preisgekrönte Einspielungen beweisen. Gerne widmet sich das L’Orfeo Barockorchester den zu unrecht weniger bekannten Komponisten des österreichischen, böhmischen und süddeutschen Raumes. Zum Repertoire des Ensembles gehören besonders die französische Barockmusik, Werke Mozarts, die großen instrumentalen und vokalen Werke des 17. und 18. Jahrhunderts.

    Die Mitspieler des L’Orfeo Barockorchesters sind allesamt mit der historischen Aufführungspraxis vertraute studierte Instrumentalisten, die meisten unter dreißig, über die Hälfte kommt aus Österreich, die anderen aus Holland, Deutschland, Tschechien und der Schweiz. Konzertmeisterin und Dirigentin des Ensembles ist Michi Gaigg. Sie studierte Violine am Salzburger Mozarteum und kam über die Begegnung mit Nikolaus Harnoncourt zur historischen Aufführungspraxis. Bei Ingrid Seifert und Sigiswald Kuijken studierte die Österreicherin Barockvioline, spielte anschließend in international renommierten Ensembles wie London Baroque, Orchester des 18. Jahrhunderts, gründete L’Arpa Festante München. Zunächst unterrichtete sie am Conservatoire National Strasbourg, heute im Bereich Alte Musik an der Anton Bruckner Privatuniversität Linz, des weiteren gibt sie Kurse für Barockvioline, Kammer- und Orchestermusik. Michi Gaigg ist Intendantin der Donau-Festwochen.

Presse

   Das österreichische Orchester unter der Leitung von Michi Gaigg (Violine) eröffnete das Konzert mit Johann Sebastian Bachs erster Orchestersuite. Hier, wie auch nach der Pause mit dem fünften Brandenburgischen Konzert, stellte L'Orfeo unter Beweis, daß es derzeit zu den besten Barockorchestern überhaupt zu zählen ist. Die vorzügliche Streicherkultur, in die sich die Bläser und das Basso Continuo bestens einfügen, ist wohl kaum zu überbieten.

aus: Online Musik Magazin, Tage Alter Musik Regensburg 16.05.2005

  

   ... das Konzert des L'Orfeo Barockorchesters war ein Ohrenschmaus. Die Musik strotzt nur so vor Spielfreude, was gleichermaßen das Verdienst des glänzenden Orchesters wie der Dirigentin Michi Gaigg ist. Ganz nach den Erfordernissen der musikalisch abwechslungsreichen Partitur fordert sie entschlossen höfische Strenge, tänzerische Verspieltheit oder deutet mit minimalen Gesten im Largo nur noch die gewünschte Gestaltung an.

aus: Passauer Neue Presse, Europäische Festwochen Passau 2005

  

   Michi Gaigg am Dirigentenpult ihres L'Orfeo Barockorchesters lässt impulsiv, dramatisch und ausdrucksstark musizieren und liefert Klänge mit wallendem Blut und Empfindlichkeiten.

aus: Oberösterreichische Nachrichten, Donau-Festwochen 2005, Programm: W. A. Mozart: Zaide

  

   Michi Gaigg, die dem Ensemble als geigende Dirigentin vorsteht, stattete Haydns Symphonien "Le Matin" und "Le Soir" mit neuem Hörgefühl aus, während "Eine kleine Nachtmusik" kaum jemals packender, tänzerischer und animierter hörbar gemacht wurde ...

aus: Die kleine Zeitung, Styriarte - Die steirischen Festspiele 2004

  

   "... ein scharfgeschneidertes und leidenschaftliches Mozartspiel."

aus: Frankfurter Allgemeine Zeitung

  

   Minuziöse Detailarbeit und feinste Streichervaleurs kennzeichneten die L'Orfeo-Interpretation der g-Moll-Sinfonie KV 550 in der Klarinettenfassung - ein oft gehörtes Werk, das dennoch in gänzlich neuem Licht erschien.

aus: Concerto - Das Magazin für Alte Musik, 53. Deutsches Mozartfest Augsburg

  

   Den Hörgenuß vollendeten das L'Orfeo Barockorchester und Michi Gaigg mit hoch differenziertem Spiel. Selbst die erste Sinfonie Mozarts KV 16 wurde von diesem Ensemble in den Adelsstand eines kleinen Meisterwerks erhoben.

aus: Stuttgarter Zeitung, Stuttgart Barock 2004

  

   ... Daß einige von Holzbauers Arien unter die Haut gehen, hat allerdings auch mit der vorzüglichen, kompromißlosen Wiedergabe durch das L'Orfeo Barockorchester ... zu tun.

aus: Die Welt, Schwetzinger Festspiele 2003, Programm: "Il figlio delle selve", Favola pastorale von Ignaz Holzbauer (1753) und Orchesterkonzert "Mannheimer Schule" mit Werken von Holzbauer, Fils, Dimler, Rosetti und Wagenseil

Programme   4

   

Michi Gaigg zu der Frage:

Was ist das Besondere an der tiefen Stimmung auf 392 Hz?

„Der Klang wird noch sonorer und glutvoller, wirkt irgendwie 'langsamer'. Es entsteht eine unglaubliche Rundheit und Fülle. Die Klangmischung zwischen Streichern und Bläsern erscheint noch intensiver und sinnlicher."

(Gespräch mit Dr. Felicitas Graap)

 

4LE TRIOMPHE DE L'AMOUR 8 Stimmung 392 Hz 7

4AMOR UND PSYCHE

4ARMIDA ABBANDONATA

4"... ein echter Wiener geht nicht unter ..."

4ZAÏDE (deutsches Singspiel von W. A. Mozart)

4MOZART-requiem

4"mit fried und freud"

4die kantaten des jungen bach

4JOHANNESPASSION

4WEIHNACHTSORATORIUM

4DAS SELIGE ERWÄGEN

Diskographie

 

 

 

 

 

L'Orfeo Barockorchester::

      

Produktion 1996 / Erscheinen 1997:

„Serenades Nr. 1 – 6“

Benedikt Anton Aufschnaiter (1665 – 1742)

aus „Concors discordia“ (1695)

cpo 999457-2 (in Zusammenarbeit mit dem WDR Köln)

» „Sehr temperamentvoll wird da zu Werke gegangen, mit rhetorischem Aplomb und hinreißendem tänzerischem Schwung.“

   (Concerto 9/1998)

  

Produktion 1997 / Erscheinen 1999:

„Fünf Sinfonien“

Georg Christoph Wagenseil (1715 – 1777)

cpo 999450-2 (in Zusammenarbeit mit SDR Stuttgart)

» „Es gilt, einen zum Langweiler degradierten fulminanten Komponisten wiederzuentdecken. ... Keine andere Aufnahme könnte dafür besser geeignet sein. ... So dynamisch differenziert, lebendig artikuliert und mit Drive gespielt kann man vorklassische Musik nicht oft hören.“

   (Fono Forum 7/1999)

   

Produktion 1998 / Erscheinen 2000:

„Fünf Sinfonien“

Ignaz Holzbauer (1711 – 1783)

cpo 999585-2 (in Zusammenarbeit mit WDR Köln)

» „Von Michi Gaigg motiviert, läuft das L’Orfeo Barockorchester zu Höchstform auf.“

   (Fono Forum 3/2000)

  

Produktion 1999 / Erscheinen 2001:

„Geistliche Konzerte“

Johann Christian Bach (1735 – 1782)

Emma Kirkby, Sopran, Markus Schäfer, Tenor

cpo 999718-2

Auszeichnung: Choc Musique

» „Alles wird mit schlankem Ton, nuancierter Artikulation und uneitler Virtuosität so gelungen interpretiert, daß nun ein überzeugendes Plädoyer für den Katholiken J. Chr. Bach vorliegt.“

   (Klassik heute 7/2001)

  

Produktion 2000 / Erscheinen 2001:

Anton Fils (1733 – 1760)

cpo 999778-2 (in Zusammenarbeit mit WDR Köln)

» „L’Orfeo agiert mit Stilgefühl, Eleganz und Liebe zur Sache.“

   (Klassik heute 7/2002)

  

Produktion 2001 / Erscheinen 2002:

„Konzertarien für Tenor und Orchester“

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791)

Christoph Prégardien, Tenor

cpo 999810-2 (in Zusammenarbeit mit WDR Köln)

Auszeichnung: Choc Musique und 1. Platz Pasicciopreis Radio Österreich

» „Eine superbe Mozart-Arien-Aufnahme.“

   (Salzburger Nachrichten 4/2003 )

  

Produktion 2002 / Erscheinen 2003:

„Symphonies“

Leopold Mozart (1719 – 1787)

cpo 999942-2

» „… eine „Stunde der vergnüglichsten musikalischen Kurzweil: Michi Gaigg und ihr L’Orfeo Barockorchester musizieren mit temperamentvoller Virtuosität, fein phrasierten, im richtigen Moment aber bodenständig kraftvollem Spiel, mit ursprünglichem Sinn für das Komödiantische, ohne Scheu vor der Burleske – und doch auch mit schönster Ironie.”

   (Klassik heute 2/2004)

  

Produktion 2002 / Erscheinen 2004:

„Complete Violin Concertos Vol. 1”

Georg Philipp Telemann (1681 – 1767)

Elizabeth Wallfish, Violine

cpo 999900-2

» „L’Orfeo und Elizabeth Wallfish verstehen es überaus glücklich, Charme und menschliche Wärme in Telemanns Musik zu erwecken.”

   (Concerto 10/2004)

  

Produktion 2003 / Erscheinen 2004:

„Symphonies, 5 Ouvertures“

Josef Mysliveček (1737 – 1781)

cpo 777050-2 (in Zusammenarbeit mit WDR Köln)

Auszeichnung: Diapason 4

» „... Sinfonien, die wie eine duftende Sommerblumenwiese die buntesten Farben und Formen entfaltet. ... Mit Schwung bringt L’Orfeo die Kleinode zum Klingen, die entwaffnende Natürlichkeit des klaren Satzes, die Modulationen, die wie Versteckspiele in die Irre leiten, um die Freude des Heimkehrens um so genußvoller zu gestalten...“

   (SWR CD-Tip 11/2004)

  

Produktion 2004 / Erscheinen 2005:

„Händel, Aufschnaiter, Muffat”

Nuria Rial, Sopran

ORF

  

Produktion 2004:

„Tanzmusik“

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)

cpo

  

Produktion 2004:

„Complete Violin Concertos Vol. 2”

Georg Philipp Telemann (1681 – 1767)

Elizabeth Wallfish, Violine

  

Produktion 2005:

„Le Journal du Printemps“

Johann Caspar Ferdinand Fischer (1665 – 1746)

cpo (in Zusammenarbeit mit SWR)    

Hörbeispiele

J.-Ph. Rameau (LC 5812)

Dardanus - Tambourins I (mp3, 29 s, 353 KB)

Hippolyte et Aricie - Ouverture (mp3, 52 s, 624 KB)

L. Mozart (LIVE Deutsches Mozartfest Augsburg 2004)

Sinfonia da Caccia - Vivace (mp3, 62 s, 738 KB)

J. Mysliveček (cpo 777 050-2)

Sinfonia III - Andante (mp3, 50 s, 594 KB)

 

 

 

 

 

W. A. Mozart (cpo 999 810-2)

Divertimento 3, KV 138

- Andante (mp3, 53 s, 641 KB)

- Presto (mp3, 58 s, 710 KB)

+ Prégardien

"Misero! O sogno", KV 432

(mp3, 47 s, 576 KB)

G. F. Händel 

(LIVE Barocktage Stift Melk 2004, ORF CD 369)

+ Rial

"Piangerò la sorte mia" 

(mp3, 43 s, 300 KB)