Thomas Pietsch
Barockviolinist

ist Spezialist für Alte Musik. Der Geiger widmet sich besonders der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts, er konzertiert in verschiedenen Besetzungsformationen mit historischem Instrumentarium. In seine Auftritte fließen exzellentes geigerisches Können, historisches Quellenstudium und kulturhistorische Kenntnisse ein, was seine Werkinterpretationen bestechend klar und präzise formt. Außerdem versteht Thomas Pietsch es hervorragend, sein umfangreiches Wissen weiterzugeben.

  Geboren in Potsdam, erhielt Thomas Pietsch seinen ersten Violinunterricht bei seiner Großmutter, der Geigerin Lena von Bülow, und spielte bereits als Schüler auf Violinen verschiedener Epochen. Auch während seines Violin- und Kirchmusikstudiums an der Ostberliner und Hamburger Musikhochschule konzertierte er mit Instrumenten älterer und neuerer Bauweise. 1980 gründete er das Sanssouci-Ensemble Hamburg - jetzt Jupiter-Ensemble Hamburg, mit welchem er neben bekanntem Kammermusikrepertoire häufig unveröffentlichte Werke des 17. und 18. Jahrhunderts aufführt. Seit 1986 ist Thomas Pietsch Konzertmeister der von ihm gegründeten Cappella Filarmonica Hamburg, einem Orchester mit dem Instrumentarium des 18. Jahrhunderts. Die Sonatenliteratur der Wiener Klassik führte er bis Mitte der 90er Jahre häufig mit Edith Picht-Axenfeld, Hammerflügel, auf, mit der er zum Beispiel alle Beethoven-Sonaten in Zürich spielte. Seit Ende der 80er Jahre tritt Thomas Pietsch mit seinen Duo-Partnern Bob van Asperen, Cembalo, und Richard Fuller, Hammerflügel, mit dem gesamten Repertoire auf. Thomas Pietsch konzertiert auch mit allen Werken für Violine solo von Johann Sebastian Bach und seinen Zeitgenossen, zum Beispiel spielte er Bachs sämtliche Solo-Sonaten und -Partiten in Berlin, Leipzig, Kopenhagen und Hamburg.

   Schallplattenaufnahmen, Produktionen bei nahezu allen deutschen und einigen ausländischen Rundfunkanstalten, auch Live-Mitschnitte begleiteten Thomas Pietsch von Beginn seiner Konzerttätigkeit an. Konzertreisen führten ihn in die Vereinigten Staaten, die Schweiz, nach Israel, Holland, Spanien, Norwegen, Österreich, Argentinien und in die meisten osteuropäischen Länder. Einladungen zu verschiedenen Festivals – zum Beispiel Schleswig-Holstein Musikfestival, Greifswalder Bachwoche, Thüringer Bachwochen, Magdeburger Telemann-Tage, Göttinger Händel-Festspiele – folgt er regelmäßig.

   Seit 1991 lehrt Thomas Pietsch am Conservatorium in Frankfurt am Main das Fach „Barockvioline“.  

   

siehe auch:

Duo Thomas Pietsch & Bob van Asperen | Duo Thomas Pietsch & Richard Fuller | Jupiter-Ensemble Hamburg | Cappella Filarmonica Hamburg

Presse

   Beherrschender Eindruck war die Mühelosigkeit, mit der Thomas Pietsch auf dieser Barockvioline die kunstvolle Mehrstimmigkeit, zumal der beiden Fugen innerhalb der Sonaten in g-Moll und a-Moll zum Klingen brachte... Mit selbstverständlicher Geste, ganz ohne übertriebene Akzentuierung, führte der Geiger denn auch Bachs Polyphonie durch... Beeindruckend die Konzentration und Sicherheit, mit der Thomas Pietsch zu Werke ging.    

aus: Darmstädter Echo, Programm: Werke von J. S. Bach

   

   Was es da an technischer Brillanz, vor allem auch des mehrstimmigen Spiels, an musikalischer Delikatesse, an differenzierter Darstellung der Tanzcharaktere zu sehen und zu hören gab, begeisterte seine Zuhörer ...

aus: Hannoversche Allgemeine, Programm: Werke J. S. Bach, H. I. F. Biber, G. Ph. Telemann

   

   ... Die profunde Technik des Solisten Thomas Pietsch erwies sich als sichere Grundlage, auf der sich eine künstlerisch hochstehende Gestaltung entwickeln konnte. 

aus: Flensburger Tageblatt, Programm: Kompositionen von J. S. Bach, H. I. F. Biber, G. Ph. Telemann

   

   In den Bach-Sonaten musizierte der Geiger Thomas Pietsch geradezu himmlisch, was den Reichtum an Klangfarben, die rhythmische Flexibilität und die zugleich federnd leichte und intensive Phrasierung anbetraf.

aus: Hamburger Abendblatt, Programm: Kompositionen von  J. S. Bach, G. F. Händel, G. Ph. Telemann

  

   MIT ENGELSZUNGEN: Im Paradies haben die Engel bekanntlich nichts Besseres zu tun, als auf einer Wolke sitzend zu frohlocken, mit Harfen, Geigen und Flöten. Wer das langweilig findet, der höre sich den Engelsgesang des Heinrich Ignaz Franz Biber an, eine Passacaglia in g-moll für Violine solo. In Berlins St. Hedwigs-Kathedrale erfüllt Thomas Pietsch dieses Gebilde selbstgenügsamer Schönheit mit zartem, fragilem Klang, umreißt präzise das kapriziöse Rankenwerk, beleuchtet die edel-schwermütige Melodik mit feinen Nuancen. Auch zwei "Rosenkranz-Sonaten" von Biber, Christi und Mariae Himmelfahrt in fröhliche Töne setzend, gibt der Barockgeiger farbiges, tänzerisch-gestenreiches Leben. Das erinnert geradezu an das bunte Treiben auf Breughel-Gemälden. 

aus: Berliner Tagesspiegel, Programm: Biber Sonate

   

   SPIEL DES KÜNSTLERS FESSELTE PUBLIKUM: Der Künstler verstand es, das Publikum eine Stunde lang mit seinem Spiel zu fesseln. Intonationsreinheit und ein tragfähiger heller und doch runder Ton ließen das Konzert zum Ereignis werden. Dabei bewies der Künstler mit seiner klaren Artikulation und den überlegten Tempi mit sinnvollen Schwankungen innerhalb der Takte überraschende Stilsicherheit.

aus: Dithmarscher Landeszeitung, Programm: Kompositionen von J. S. Bach, H. I. F. Biber

Programme   4

 

4Fantasie e variazione

4Passar solo una calle

4Sonare in fantasie

Diskographie

siehe:

Thomas Pietsch & Bob van Asperen

Thomas Pietsch & Richard Fuller

Jupiter Ensemble Hamburg

Hörbeispiele J. J. Walther: Serenata D-Dur: Timpani (mp3, 39 s, 282 KB)
H. I. F. Biber: Sonate I in A: Einleitung (mp3, 46 s, 321 KB)
H. I. F. Biber: Sonate I in A: Finale (mp3, 23 s, 168 KB)
H. I. F. Biber: Sonate VII in G: Adagio - Presto - Grave - Presto (mp3, 65 s, 452 KB)
H. I. F. Biber: Sonate VIII in A: Allegro (mp3, 18 s, 130 KB)